Eine Gehaltserhöhung hebt das Brutto, aber das Netto steigt meist um einen anderen Betrag. So kannst du pro Jahr Prozent- oder feste Erhöhungen vergleichen.

Gehaltserhöhung: Wie viel bleibt netto?
Eine Gehaltserhöhung wird meist als Prozentwert oder zusätzlicher Bruttobetrag vereinbart. Auf dem Konto kommt davon nicht derselbe Betrag an: Einkommensteuer und Sozialbeiträge verändern sich mit dem Gehalt. Wie viel netto übrig bleibt, hängt außerdem vom Steuerjahr, Haushalt und den geltenden Beitragsgrenzen ab.
Mit der Obolus-Abgabenprognose kannst du für 2026, 2027 und 2028 ein gleichbleibendes Brutto mit einer individuellen Erhöhung vergleichen. Für 2027 und 2028 lässt sich die Erhöhung jeweils als Prozentsatz oder fester Betrag eingeben. Für 2028 kannst du wählen, ob sie auf dem Brutto von 2026 oder dem bereits erhöhten Brutto von 2027 aufbaut.
Was die Tarifdaten der vergangenen Jahre zeigen
Der Tarifindex von Destatis zeigt, wie sich tarifliche Monatsverdienste im Durchschnitt verändert haben. Für Deutschland weist Destatis folgende Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahr aus:
| Jahr | Ohne Sonderzahlungen | Mit Sonderzahlungen |
|---|---|---|
| 2023 | 2,4 % | 3,7 % |
| 2024 | 4,3 % | 4,8 % |
| 2025 | 4,7 % | 2,7 % |
Die Werte zeigen eine Entwicklung, keine persönliche Gehaltsprognose. Der Unterschied zwischen den beiden Reihen ist 2025 besonders deutlich: Sonderzahlungen beeinflussen den Jahresdurchschnitt, während die Reihe ohne Sonderzahlungen die regelmäßige tarifliche Vergütung abbildet. Die Daten beziehen sich auf tariflich erfasste Verdienste und sagen nicht voraus, welche Erhöhung eine einzelne Person erhält. Destatis erläutert den Tarifindex und seine Werte; der dort ausgewiesene Datenstand ist der 27. Februar 2026.
Warum eine Bruttoerhöhung nicht eins zu eins netto ankommt
Auf den zusätzlichen Bruttobetrag fallen regelmäßig zusätzliche Abgaben an. Wie stark das Netto steigt, hängt unter anderem vom Einkommen, vom Steuerprofil, von den Sozialversicherungsbeiträgen und davon ab, ob bereits eine Beitragsbemessungsgrenze erreicht ist. Oberhalb einer solchen Grenze steigt ein bestimmter Beitrag nicht mehr proportional zum Brutto. Deshalb kann eine Erhöhung bei unterschiedlichen Einkommen verschieden stark auf das Netto wirken.
Eine pauschale Regel wie „Von 100 Euro bleiben immer 60 Euro“ ist deshalb nur eine grobe Vereinfachung. Für eine belastbare Orientierung müssen Brutto, Steuerjahr und Profil zusammen betrachtet werden. Der Rechner zeigt Brutto, Netto und die modellierte Abgabenquote nebeneinander.
Erhöhung für 2027 und 2028 selbst eingeben
Im Rechner kannst du die Jahre unabhängig voneinander einstellen:
- Prozent: Die Erhöhung wird auf das jeweilige Referenzbrutto angewendet.
- Fester Betrag: Du gibst einen zusätzlichen Betrag an. Bei Monatseingabe wird er als monatliche Erhöhung behandelt, bei Jahreseingabe als jährliche Erhöhung.
- 2028 im Vergleich: Wähle, ob die Erhöhung von 2028 auf dem Brutto von 2026 oder 2027 aufbaut.
Der vorausgefüllte Wert von 5 % ist nur ein editierbarer Rechenwert. Er ist weder eine Vorhersage deiner persönlichen Gehaltsentwicklung noch eine amtliche Lohnprognose. Bei Paaren bleibt die gewählte Aufteilung des Haushaltsbruttos erhalten. Überschreitet ein bislang familienversicherter Partner durch die Erhöhung die im Modell verwendete Grenze, wird die Beitragsberechnung für dieses Jahr angepasst.
Gehaltserhöhung mit dem Netto vergleichen
Öffne den Abgabenprognoserechner, wähle „Mit Gehaltserhöhung“ und trage deine erwartete Erhöhung für 2027 und 2028 ein. Die Ergebnisse vergleichen das Brutto und Netto je Jahr sowie die Abgabenquote. So siehst du, was die Erhöhung im Modell am verfügbaren Einkommen ändert.
Die 2027- und 2028-Werte sind Prognosen auf Basis veröffentlichter Rechtsstände, Entwürfe und institutioneller Annahmen. Sie sind keine verbindliche Lohnabrechnung oder individuelle Steuerberatung.